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Deca vs. NPP: dasselbe Hormon, zwei Ester – und warum nur die Logistik entscheidet

Deca und NPP sind dasselbe Hormon – Nandrolon (19-Nortestosteron) – an zwei verschiedenen Estern: Decanoat bei Nandrolon Decanoat , Phenylpropionat bei Nandrolon Phenylpropionat (NPP) . Sobald der Ester im Blut abgespalten ist, zirkuliert…

Muskulöser Mann kniet vor zwei identischen Nandrolon-Fläschchen: vor dem einen liegt eine Spritze, vor dem anderen vier, dazwischen ein Probenbecher.

Deca und NPP sind dasselbe Hormon – Nandrolon (19-Nortestosteron) – an zwei verschiedenen Estern: Decanoat bei Nandrolon Decanoat, Phenylpropionat bei Nandrolon Phenylpropionat (NPP). Sobald der Ester im Blut abgespalten ist, zirkuliert bei beiden exakt dasselbe Molekül. Deshalb sind Wirkung und Nebenwirkungen identisch. Verschieden ist nur die Kinetik: wie oft du spritzt, wie schnell der Ester an- und abflutet und wie lange er nachweisbar bleibt.

Das macht die Wahl zwischen beiden zu einer Logistik-Entscheidung, nicht zu einer Wahl zwischen zwei Substanzen. Genau hier setzen die meisten Foren falsch an, wenn sie NPP als das „mildere" oder „sicherere" Nandrolon verkaufen. Dieser Artikel vergleicht die beiden Ester Merkmal für Merkmal, jede Zeile mit einer Spalte Belegqualität, und überlässt die Tiefe zu einzelnen Themen den jeweiligen Seiten: die erektile Dysfunktion dem „Deca Dick"-Ratgeber, die Dosierungspläne den beiden Ester-Kategorien.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deca und NPP enthalten dasselbe Hormon Nandrolon; verschieden ist allein der Ester, der die Freisetzung aus dem Depot steuert.

  • Der Ester entscheidet nur über Injektionsfrequenz und Nachweisdauer – Wirkung und Nebenwirkungen sind bei beiden Estern gleich.

  • NPP flutet schnell an und ab (Halbwertszeit rund 2,7 Tage, Injektion jeden zweiten Tag), Deca ist träge (7 bis 12 Tage, eine Injektion pro Woche).

  • Beide bilden den Metaboliten 19-Norandrosteron und bleiben viele Monate nachweisbar; keiner der beiden ist für einen Doping-Test „sauber".

  • Nandrolon läuft nie ohne Testosteron-Basis, und ein regelmäßiges Blutbild aus Hämatokrit, Blutfetten und Prolaktin gehört zur Kontrolle dazu.

Deca und NPP im Vergleich: dasselbe Hormon, zwei Ester

Der Kern zuerst: Deca und NPP tragen dasselbe Hormon. Der Ester ist nur die Transportverpackung, die bestimmt, wie schnell das Nandrolon freigesetzt wird. Alles, was sich zwischen den beiden unterscheidet, folgt aus der Länge dieser Kette – und sonst nichts.

MerkmalNandrolon-Decanoat (Deca)Nandrolon-Phenylpropionat (NPP)Belegqualität
WirkstoffNandrolon (19-Nortestosteron)Nandrolon (19-Nortestosteron)identisch – Definition
EsterDecanoat (lang)Phenylpropionat (kurz)Definition
Molmasse428,65 g/mol406,56 g/molgemessen (PubChem)
Wirkstoffanteil~64 % Nandrolon~67,5 % Nandrolonaus Molmasse berechnet
Halbwertszeit7–12 Tage~2,7 Tagegemessen / Sekundärquelle
Wirkdauer2–3 Wochen5–7 Tagegemessen
Injektionsfrequenzwöchentlichjeden 2. TagKonvention (kinetisch begründet)
Nachweisbarkeitsehr langlang – gleicher Metabolit 19-NAgemessen
Nebenwirkungsprofilprogestagen, HPTA-suppressividentischMechanismus

Die letzte Zeile ist die wichtigste: Das Nebenwirkungsprofil ist nicht „ähnlich", sondern deckungsgleich, weil das Hormon dasselbe ist. Der Ester verschiebt nur, wann etwas einsetzt und wie schnell es wieder verschwindet. Die folgenden Abschnitte gehen die Tabelle von oben nach unten durch.

Der einzige echte Unterschied: die Freisetzung aus dem Ester

Der einzige belegbare Unterschied liegt im Ester. Das Decanoat ist eine lange Fettsäurekette, die das Nandrolon langsam aus dem intramuskulären Depot freisetzt: Die pharmakokinetische Untersuchung Pharmacokinetic Evaluation of Three Different Intramuscular Doses of Nandrolone Decanoate (Bagchus et al., 2005) an gesunden Männern zeigte eine terminale Halbwertszeit von 7 bis 12 Tagen, einen Serumspitzenwert bei der 150-mg-Dosis nach rund 72 Stunden und einen dosisproportionalen Anstieg der Serumkonzentration. Die Bioverfügbarkeit nach intramuskulärer Gabe liegt bei etwa 53 bis 73 %, die Wirkdauer bei zwei bis drei Wochen. Deshalb reicht bei Deca eine Injektion pro Woche.

Das Phenylpropionat ist die kurze Kette: Halbwertszeit rund 2,7 Tage, Wirkdauer fünf bis sieben Tage. NPP flutet schneller an, erreicht schneller einen stabilen Spiegel und flutet schneller wieder ab – dafür spritzt man jeden zweiten Tag und lebt mit stärkeren Schwankungen zwischen den Injektionen. Das ist der ganze pharmakologische Unterschied zwischen den beiden.

EsterHalbwertszeitWirkdauerInjektionsfrequenzBelegqualität
Decanoat (Deca)7–12 Tage2–3 Wochenwöchentlichgemessen (PK-Studie)
Phenylpropionat (NPP)~2,7 Tage5–7 Tagejeden 2. TagSekundärquelle / Konvention

Ein häufig überschätzter Punkt ist der Wirkstoffanteil. Weil der Ester mitgewogen wird, sind nicht 100 % einer Ampulle Nandrolon: Aus der Molmasse ergeben sich rund 64 % Nandrolon bei Deca (274,40 von 428,65 g/mol) und 67,5 % bei NPP (274,40 von 406,56 g/mol). NPP liefert also pro Milligramm etwas mehr Wirkstoff – ein Unterschied von gut drei Prozentpunkten, praktisch vernachlässigbar und kein Argument für den einen oder anderen Ester.

Dass der Ester und nicht die Abbaugeschwindigkeit des Nandrolons die Wirkdauer bestimmt, hat einen Namen: Flip-Flop-Kinetik. Das reine, unveresterte Nandrolon hat eine Halbwertszeit von nur wenigen Stunden – es würde ohne Ester in Stunden verschwinden. Weil die Freisetzung aus dem Öldepot langsamer abläuft als die Ausscheidung, wird die scheinbare Halbwertszeit im Blut von der Freisetzung diktiert, nicht von der Elimination. Genau deshalb macht die Kettenlänge den ganzen Unterschied. Historisch ist NPP übrigens der ältere der beiden: Das Phenylpropionat kam in den 1950er-Jahren als Durabolin auf den Markt, das langsamere Decanoat folgte 1962 als Deca-Durabolin – dasselbe Hormon, verpackt für seltenere Injektionen.

Wirkung: was das Nandrolon-Molekül tut – bei beiden gleich

Was Deca und NPP im Körper bewirken, ist dasselbe – es ist eine Eigenschaft des Nandrolons, nicht des Esters. Und Nandrolon gehört zu den wenigen anabolen Substanzen mit kontrollierten Humandaten. In der randomisierten, placebokontrollierten Studie Anabolic effects of nandrolone decanoate in patients receiving dialysis: a randomized controlled trial (Johansen et al., 1999) baute Nandrolon-Decanoat (100 mg wöchentlich über sechs Monate) bei Dialysepatienten die Magermasse um 4,5 kg auf, gegenüber 1,9 kg unter Placebo; die Teilnehmer berichteten zudem weniger Erschöpfung und schnitten in körperlichen Tests besser ab. Eine zweite randomisierte Studie, Effects of resistance exercise training and nandrolone decanoate on body composition and muscle function among patients who receive hemodialysis: A randomized, controlled trial (Johansen et al., 2006), kombinierte in einem 2×2-faktoriellen Design mit 79 Hämodialysepatienten wöchentliches Nandrolon-Decanoat mit einem Krafttrainingsprogramm über zwölf Wochen und fand eine Zunahme der Quadrizeps-Querschnittsfläche sowohl durch das Training als auch durch das Steroid.

Diese Zahlen sind ehrlich einzuordnen: Es handelt sich um Patientenkollektive bei therapeutischer Dosis, nicht um gesunde Athleten bei Bodybuilding-Dosen – der Muskelzuwachs lässt sich nicht eins zu eins übertragen. Aber sie belegen etwas, das für die meisten „Szene"-Substanzen fehlt: eine gemessene anabole Wirkung unter kontrollierten Bedingungen. Und weil das Hormon in Deca und NPP identisch ist, ist diese Wirkung eine Nandrolon-Eigenschaft, kein Ester-Effekt. Einen kontrollierten Vergleich Deca gegen NPP für den Muskelaufbau gibt es nicht – er wäre auch sinnlos, weil beide dasselbe freisetzen.

Mechanistisch erklärt sich der Ruf des Nandrolons als „mild" androgen: Es wird durch die 5α-Reduktase nicht in ein stärkeres, sondern in ein schwächeres Molekül umgewandelt – 5α-Dihydronandrolon statt des potenten DHT wie bei Testosteron. In Haut, Kopfhaut und Prostata wirkt Nandrolon dadurch relativ zurückhaltend. Klinisch wird es genau deshalb seit Jahrzehnten eingesetzt: bei Anämie infolge Niereninsuffizienz, weil es die Blutbildung anregt, und bei Osteoporose.

Nebenwirkungen: identisch, weil das Hormon identisch ist

Weil Deca und NPP dasselbe Hormon freisetzen, ist ihr Nebenwirkungsprofil identisch – der Ester ändert nur, wann etwas einsetzt und wie schnell es nach dem Absetzen abklingt. Charakteristisch für Nandrolon ist die progestagene Wirkung: Das Molekül bindet auch am Progesteronrezeptor. Daraus folgt die bekannteste Nandrolon-Nebenwirkung, die erektile Dysfunktion und der Libidoverlust, umgangssprachlich „Deca Dick", und ein möglicher Anstieg des Prolaktins. Diese Wege und ihre Gegenmaßnahmen schlüsselt der Ratgeber Deca Dick auf, samt der Rolle von Progesteronrezeptor, Prolaktin und einer stabilen Testosteron-Basis.

Wichtig ist dabei ein Denkfehler, der oft teuer wird: Nandrolon aromatisiert nur schwach zu Estradiol, aber die progesteronvermittelte Komponente kann trotzdem eine Gynäkomastie treiben – ein reiner Aromatasehemmer greift hier zu kurz, weil er am Progesteron-Signal nichts ändert. Dazu kommen eine starke Unterdrückung der körpereigenen Achse, weshalb Nandrolon praktisch nie allein läuft, sowie ein sinkendes HDL-Cholesterin und Wassereinlagerung. Den Lipid-Mechanismus – warum injizierbare Substanzen das HDL weniger zerstören als orale und welche Referenzwerte gelten – behandelt Lipidprofil auf Kur.

Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er zweischneidig ist: Nandrolon regt die Blutbildung an. Klinisch ist genau das erwünscht – deshalb wird es bei Anämie eingesetzt. Auf einer Kur mit ohnehin supraphysiologischen Dosen kann derselbe Effekt den Hämatokrit über den Zielbereich treiben und das Blut verdicken, mit dem entsprechenden kardiovaskulären Risiko. Das ist keine Ester-Frage, sondern eine Dosis-Frage – und ein zwingender Grund, den Hämatokrit regelmäßig zu kontrollieren. Der Reputation nach gilt Nandrolon zudem als „nasse" Substanz mit spürbarer Wassereinlagerung und wird von manchen mit Gelenkkomfort in Verbindung gebracht; Letzteres ist anekdotisch und nicht durch kontrollierte Studien belegt. Welche Werte du insgesamt überwachst – Hämatokrit, Blutfette, Prolaktin und Östradiol, jeweils mit Intervall – steht im Ratgeber Blutbild & Steroide: 10 Werte, die du testen musst. Der Ester ändert an dieser Liste nichts.

Nachweisbarkeit: warum beide lange positiv bleiben – Deca länger

Für getestete Sportler ist das der entscheidende Punkt: Beide Nandrolon-Ester bilden denselben Metaboliten, 19-Norandrosteron (19-NA), der zu den am längsten nachweisbaren Substanzen im gesamten Doping-Spektrum gehört. Die kontrollierte Nachweisstudie Atypical excretion profile and GC/C/IRMS findings may last for nine months after a single dose of nandrolone decanoate (Palonek et al., 2016) fand nach einer einzigen Injektion von 150 mg Nandrolon-Decanoat noch bei sechs von elf Männern nach vier Monaten und bei drei von elf Männern nach neun Monaten ein positives Ergebnis. Die Langzeitstudie Long term perturbation of endocrine parameters and cholesterol metabolism after discontinued abuse of anabolic androgenic steroids (Gårevik et al., 2011) wies urinäres 19-NA bei einzelnen Anwendern bis zu etwa einem Jahr nach der letzten Injektion nach, während das unveresterte Nandrolon im Serum nur wenige Wochen nachweisbar bleibt.

Warum das so lange dauert, hat mehrere Gründe: die langsame Freisetzung aus dem Depot (Flip-Flop-Kinetik), die Fettlöslichkeit des Nandrolons mit Einlagerung ins Fettgewebe und die empfindlichen Nachweismethoden, die noch geringste Mengen 19-NA im Urin erfassen. NPP klärt schneller, weil der kurze Ester weniger Depot bildet – aber es bildet denselben Metaboliten. Damit bleibt auch NPP viele Monate nachweisbar; es ist nicht „sauber", sondern nur kürzer positiv als Deca. Genau das verschweigen die meisten Vergleiche. Die kursierenden Zahlen von „17 bis 18 Monaten" stammen aus keiner kontrollierten Studie und sind Forenlore; belastbar ist eher ein Fenster bis rund ein Jahr, mit großer individueller Streuung.

Ester / MarkerNachweisfensterBelegqualität
Nandrolon-Decanoat, 19-NA im Urinbis ~1 Jahr; 9 Monate bei 3/11 nach Einzeldosisgemessen (Garevik 2016)
Nandrolon-Phenylpropionat, 19-NA im Urinkürzer als Deca, aber weiterhin viele MonateMechanismus (gleicher Metabolit)
„17–18 Monate"keine kontrollierte GrundlageForenlore

Welchen Ester wählen? Eine Logistik-Entscheidung

Welchen Ester du wählst, ist eine Logistik-Frage, keine pharmakologische. NPP passt zu kürzeren Kuren, ist schneller im stabilen Bereich und – der einzige echte Sicherheitsvorteil – schneller wieder draußen, wenn eine Nebenwirkung auftritt: Setzt du bei einem Problem ab, verschwindet der Wirkstoff in Tagen statt in Wochen. Der Preis dafür sind Injektionen jeden zweiten Tag. Deca verlangt nur eine Injektion pro Woche und ist der Klassiker für lange Masse-Kuren, klingt dafür aber träge ab: Tritt ein Problem auf, bleibt das Nandrolon noch wochenlang aktiv.

„Sicherer" im Nebenwirkungsprofil ist keiner von beiden – es ist dasselbe Hormon. Und beide laufen praktisch immer auf einer Testosteron-Basis, weil Nandrolon die eigene Achse stark unterdrückt und ohne Testosteron die sexuellen Nebenwirkungen umso wahrscheinlicher werden. Wie diese Basis aufgebaut wird und wie sich eine Kur strukturieren lässt, führt der Testosteron Kurplan zusammen; die klassische lange Kombination aus Deca auf einer Testosteron-Basis gibt es als fertiges Paket, die Testosteron + Deca Durabolin Kur. Die Kinetik hat noch eine praktische Folge, die selten genannt wird: die Erholung nach der Kur. Weil das Decanoat wochenlang nachwirkt, verzögert es den Start der PCT (Post Cycle Therapy) – der Nachbehandlung, die dein Hormonsystem nach der Kur wieder in Gang bringt – entsprechend – der Körper bekommt erst dann eine Chance, wenn der lange Ester tatsächlich abgeklungen ist. NPP ist hier flexibler, weil es schneller aus dem System ist. Für die Details zur Nachsorge sind die Ester-eigenen PCT-Seiten der richtige Ort. Die Zuordnung „NPP für kurz, Deca für lang" ist im Übrigen Konvention aus der Kinetik, keine Studienaussage – aber sie folgt zwingend aus den Halbwertszeiten.

Ist Nandrolon – Deca oder NPP – für dich geeignet?

Ob Nandrolon für dich passt, entscheidet zuerst dein Kontext. Wirst du auf Doping getestet, ist keiner der beiden Ester eine Option – der Metabolit 19-Norandrosteron bleibt bis zu einem Jahr nachweisbar, und NPP ändert daran nur wenig. Bist du anfällig für sexuelle Nebenwirkungen oder willst keine ordentliche Testosteron-Basis fahren und kein Prolaktin managen, ist dein Risiko für „Deca Dick" hoch, unabhängig vom Ester.

Ist beides kein Hindernis, entscheidet der Zuschnitt der Kur. Für eine kürzere, gut steuerbare Kur ist NPP passender, weil du schnell reagieren und bei Problemen zügig absetzen kannst. Für eine lange Masse-Kur mit wenigen Injektionen ist Deca der Klassiker. Dieser Artikel behandelt die Anwendung bei Männern; bei Frauen steht das Virilisierungsrisiko im Vordergrund, und die hier genannten Dosen sind dafür keine Grundlage.

Was kostet Nandrolon wirklich?

Nandrolon kostet mehr als den Ampullenpreis. Zur Substanz selbst kommt die Testosteron-Basis, denn Nandrolon läuft nie allein; bei Bedarf ein Prolaktin-Senker; und regelmäßige Blutbilder für Lipide, Prolaktin und Hämatokrit. Für getestete Sportler kommt eine Kostenposition dazu, die kein Preis abbildet: ein Metabolit, der bis zu einem Jahr positiv anschlägt und eine Karriere beenden kann.

Die vollständige Rechnung, ohne erfundene Preise:

  • Der Ester selbst: Deca oder NPP – NPP ist pro Milligramm oft teurer und wird häufiger gespritzt

  • Die Testosteron-Basis: feste Begleitung, kein optionaler Zusatz

  • Prolaktin-Management bei Bedarf: etwa ein Dopaminagonist, wenn das Prolaktin steigt

  • Regelmäßiges Blutbild: Lipide, Prolaktin, Hämatokrit

  • Verbrauchsmaterial: Nadeln, Spritzen, steriles Zubehör

Konkrete Preise stehen auf den jeweiligen Kategorieseiten, weil sie sich zu häufig ändern. Der Grundsatz bleibt: Wer beim Blutbild spart, spart an der Kontrolle, die eine Nandrolon-Kur erst überschaubar macht.

Die 5 häufigsten Fehler bei Deca und NPP

Die häufigsten Fehler bei Deca und NPP sind vermeidbar – und einige davon sind teuer:

  1. Nandrolon ohne Testosteron-Basis fahren. Warum es schiefgeht: Nandrolon unterdrückt die eigene Achse stark; ohne Testosteron drohen Vollabschaltung und „Deca Dick". Was stattdessen: immer auf einer Testosteron-Basis.

  2. NPP für „sicher" beim Doping-Test halten. Warum es schiefgeht: Beide bilden denselben Metaboliten, 19-Norandrosteron. Was stattdessen: bei Tests keinen der beiden Ester – auch NPP nicht.

  3. Progesteron- und prolaktinbedingte Nebenwirkungen nur mit einem Aromatasehemmer bekämpfen. Warum es schiefgeht: Der Aromatasehemmer greift am Östrogen an, nicht am Progesteron-Signal. Was stattdessen: die progestagene Ursache adressieren, ggf. das Prolaktin messen und behandeln.

  4. Deca in eine kurze Kur setzen. Warum es schiefgeht: Das lange Decanoat setzt spät ein und klingt bei Problemen träge ab – in einer kurzen Kur wirkungslos und schlecht steuerbar. Was stattdessen: für kurze Kuren NPP.

  5. Glauben, Deca und NPP seien verschiedene Wirkstoffe. Warum es schiefgeht: Es ist dasselbe Hormon; man wählt nur den Ester. Was stattdessen: die Wahl als Logistik-, nicht als Substanzentscheidung treffen.

Ein rechtlicher Hinweis gehört dazu: Nandrolon ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Als nicht geringe Menge nennt die Dopingmittel-Mengen-Verordnung 150 mg – bezogen auf die freie Verbindung, nicht auf die Estermasse; so festgelegt in der Anlage DmMV. In Estermasse entspricht das grob 234 mg Decanoat oder 222 mg Phenylpropionat, und der Wert gilt für beide Ester gleich, weil das freie Nandrolon dasselbe ist. Was die Systematik aus § 48 AMG, AMVV und § 2 Absatz 3 AntiDopG bedeutet, erklärt die Übersicht Steroide in Deutschland — rechtlicher Rahmen.

Glossar

  • Nandrolon (19-Nortestosteron): das anabole Hormon in Deca und NPP; unterscheidet sich vom Testosteron durch das fehlende Kohlenstoffatom an Position 19.

  • Ester: eine an das Hormon gekoppelte Fettsäurekette, die die Freisetzung aus dem Depot verlangsamt – Decanoat (lang) oder Phenylpropionat (kurz).

  • Molmasse / Wirkstoffanteil: das Molekulargewicht der veresterten Form; da der Ester mitwiegt, ist nur ein Teil der Ampulle reines Nandrolon (~64 % Deca, ~67,5 % NPP).

  • Halbwertszeit: die Zeit, in der die Konzentration auf die Hälfte fällt.

  • Intramuskuläres Depot: das Öldepot im Muskel, aus dem der Ester nach und nach freigesetzt wird.

  • Flip-Flop-Kinetik: wenn die Freisetzungsrate aus dem Depot langsamer ist als die Elimination – dann bestimmt die Freisetzung die Wirkdauer.

  • 19-Norandrosteron (19-NA): der Hauptmetabolit von Nandrolon im Urin; das entscheidende Ziel der Doping-Analytik.

  • Progestagen / Progesteronrezeptor: Nandrolon bindet auch am Progesteronrezeptor; daraus folgen Nebenwirkungen wie „Deca Dick".

  • Prolaktin: ein Hormon, dessen Anstieg unter Nandrolon Libido und Erektion beeinträchtigen kann.

  • 5α-Dihydronandrolon (DHN): das durch die 5α-Reduktase gebildete, schwächere Nandrolon-Derivat – Grund für die relativ milde Androgenität.

  • HPTA-Achse: die Steuerachse Hypothalamus–Hypophyse–Hoden für die körpereigene Hormonproduktion.

  • Nachweisbarkeitsfenster: der Zeitraum, in dem ein Stoff oder Metabolit im Test erkennbar bleibt.

  • Nicht geringe Menge: rechtlicher Schwellenwert pro Wirkstoff, definiert in der DmMV.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Deca und NPP dasselbe?

Es ist dasselbe Hormon – Nandrolon – an zwei verschiedenen Estern. Der Ester ändert nur die Freisetzung, die Injektionsfrequenz und die Nachweisdauer, nicht die Substanz und nicht das Nebenwirkungsprofil.

Ist NPP sicherer als Deca?

Im Profil nicht – es ist dasselbe Hormon. NPP klingt nach dem Absetzen schneller ab, sodass eine Nebenwirkung schneller wieder verschwindet. Das ist ein Vorteil bei der Steuerung, kein niedrigeres Risiko.

Kann ich NPP nehmen, wenn ich getestet werde?

Nein. Beide Ester bilden 19-Norandrosteron, das kontrolliert bis zu etwa einem Jahr nachweisbar ist. NPP ist kürzer positiv als Deca, aber nicht „sauber".

Wie oft muss ich spritzen?

Deca wöchentlich, weil der lange Ester eine Halbwertszeit von 7 bis 12 Tagen hat. NPP jeden zweiten Tag, weil seine Halbwertszeit bei rund 2,7 Tagen liegt.

Wie viel Nandrolon ist rechtlich noch "geringe Menge"?

Die DmMV nennt 150 mg – bezogen auf die freie Verbindung, nicht auf die Estermasse. Das entspricht grob 234 mg Decanoat oder 222 mg Phenylpropionat und gilt für beide Ester gleich.


Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Anabole Steroide sind in Deutschland verschreibungspflichtige Arzneimittel (§ 48 AMG i. V. m. AMVV). Der Erwerb und Besitz nicht geringer Mengen zu Dopingzwecken sowie der Handel sind nach dem Anti-Doping-Gesetz (§§ 2, 4 AntiDopG) strafbar; die zugrunde liegenden Mengen definiert die Dopingmittel-Mengen-Verordnung (DmMV). Verschreibungspflichtige Medikamente, die in diesem Artikel genannt werden, dürfen ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Bei akuten Warnzeichen suche sofort einen Arzt oder die Notaufnahme auf. Konsultiere vor der Anwendung leistungssteigernder Substanzen immer einen qualifizierten Arzt oder Facharzt (z. B. Endokrinologen, Kardiologen, Nephrologen oder Sportmediziner). Die Autoren übernehmen keine Haftung für gesundheitliche Schäden durch unsachgemäße Anwendung.

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